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Gedankenspiel zu Motortuning an einem 89er 316i M40

vp30a08 @, Lemgo, Sonntag, 16.01.2022, 22:34 (vor 169 Tagen)

Hallo Forum,
ich habe die Betreuung eines ziemlich originalen, unverbastelten 316 i Zweitürer aus 89 geerbt.

Die Zielsetzung ist ein leichtes Motortuning, ohne das H-Kennzeichen zu gefährden und eine §21er Abnahme zu benötigen. Von außen soll man es nicht sehen, mir reicht es, dass ich es weiß...

Mein laienhafter, bislang von E30-Erfahrung nur wenig belasteter Gedankengang, geprägt von einem sparsamen "buildt, not bought"-Ansatz:

Kauf eines B40M16-Motors als Ausbaubasis (damit ich fahren kann, während ich baue) mit der richtigen 1.6-Kennzeichnung am Block (finde ich bei den Kleinanzeigen mit/ohne Getriebe schon ab 200,-)
Kurbelwelle und Pleuelstangen vom 1.8er kaufen (samt neuer Lager)
Zylinder hohnen und den Kolben ein paar neue Ringe spendieren
Zylinderkopf planen (Verdichtung 8,8:1 find ich schon echt niedrig, da ist doch noch Luft nach oben für Super 95 Oktan oder SuperPlus 98)
Das Thema Nockenwelle anpacken mit Sportnocke (zahm unter 270 Grad wegen der zentralen Drosselklappe) und Rollenstössel. Gibt es Sport mit Rolle überhaupt am Markt oder muss ich mich für eins entscheiden: Sportnocke mit Schlepphebel oder Seriensteuerzeit mit Rolle?
Noch etwas Anpassung in der Steuerung von Einspritzung/Zündung durch einen Chip.
Vielleicht für das Gefühl dann doch noch Fächerkrümmer (Abnahme §19) und Originalkat mit Sportschalldämper. -D

Können damit solide 130 PS erzielt werden oder bin ich völlig auf dem Holzweg?

Es muss nichts für die Ewigkeit werden, wenn ich den E30 2bis3Tausend Kilometer im Jahr fahre, wird es schon viel sein. Und ich bin ja schon deutlich über 50.

Ja, einen M42/M44-Vierventiler reinstecken wäre sicher die billigste Lösung, aber so einfach möchte ich es mir nicht machen :-)

Auf eure Rückmeldungen freue ich mich jetzt schon.

Viele Grüße aus Lemgo

Ulf

PS: Ich bin eigentlich ein lupenreiner Mercedes-Mann, aber der E30 hat mich bei der Fahrt letzte Woche total überzeugt. Wobei wir mit dem 201 fast gleichauf sind ;=)

Gedankenspiel zu Motortuning an einem 89er 316i M40

ChrisAS @, Köln, Sonntag, 16.01.2022, 23:12 (vor 169 Tagen) @ vp30a08

Hallo Forum,
ich habe die Betreuung eines ziemlich originalen, unverbastelten 316 i Zweitürer aus 89 geerbt.
Die Zielsetzung ist ein leichtes Motortuning, ohne das H-Kennzeichen zu gefährden und eine §21er Abnahme zu benötigen. Von außen soll man es nicht sehen, mir reicht es, dass ich es weiß...
Mein laienhafter, bislang von E30-Erfahrung nur wenig belasteter Gedankengang, geprägt von einem sparsamen "buildt, not bought"-Ansatz:
Kauf eines B40M16-Motors als Ausbaubasis (damit ich fahren kann, während ich baue) mit der richtigen 1.6-Kennzeichnung am Block (finde ich bei den Kleinanzeigen mit/ohne Getriebe schon ab 200,-)
Kurbelwelle und Pleuelstangen vom 1.8er kaufen (samt neuer Lager)
Zylinder hohnen und den Kolben ein paar neue Ringe spendieren
Zylinderkopf planen (Verdichtung 8,8:1 find ich schon echt niedrig, da ist doch noch Luft nach oben für Super 95 Oktan oder SuperPlus 98)
Das Thema Nockenwelle anpacken mit Sportnocke (zahm unter 270 Grad wegen der zentralen Drosselklappe) und Rollenstössel. Gibt es Sport mit Rolle überhaupt am Markt oder muss ich mich für eins entscheiden: Sportnocke mit Schlepphebel oder Seriensteuerzeit mit Rolle?
Noch etwas Anpassung in der Steuerung von Einspritzung/Zündung durch einen Chip.
Vielleicht für das Gefühl dann doch noch Fächerkrümmer (Abnahme §19) und Originalkat mit Sportschalldämper. -D
Können damit solide 130 PS erzielt werden oder bin ich völlig auf dem Holzweg?
Es muss nichts für die Ewigkeit werden, wenn ich den E30 2bis3Tausend Kilometer im Jahr fahre, wird es schon viel sein. Und ich bin ja schon deutlich über 50.
Ja, einen M42/M44-Vierventiler reinstecken wäre sicher die billigste Lösung, aber so einfach möchte ich es mir nicht machen :-)
Auf eure Rückmeldungen freue ich mich jetzt schon.
Viele Grüße aus Lemgo
Ulf
PS: Ich bin eigentlich ein lupenreiner Mercedes-Mann, aber der E30 hat mich bei der Fahrt letzte Woche total überzeugt. Wobei wir mit dem 201 fast gleichauf sind ;=)

Hallo Ulf,

das ist der schwächste Motor der Baureihe...wenn Du mal ein klassisches Tuning Buch zur Hand nimmst, steht da immer am Anfang drin: Als Ausgangsbasis den stärksten verfügbaren Motor der Baureihe...;-)

Grundsätzlich ist Hubraum mäßig beim M40 sogar mehr drin. Mit Diesel (M47) Kurbelwelle und Block bohren / fremden Kolben sind da theoretisch 2,1l möglich.
Dazu am Besten mal den E30-Talk und den dortigen Nutzer "Vokuhila" (hier als Gert aka "E30-Schrauber" vergöttert) durchsuchen und seine Beiträge aufsaugen!

Bevor Du einen 1,6er kaufst und den mühsam ummodelst besorg Dir lieber einen 1,8er M40 aus dem E36 und baust ihn auf E30 Stand um (Riementrieb, Ölwanne, ggf. Ölpumpe, Ventildeckel). Die hatten eine höhere Verdichtung. Falls Du den Motor nicht eintragen lassen möchtest, kannst Du entweder mit dem Risiko leben, die Motornummer guckt sich eh kein HU-Prüfer an, oder Du besorgst Dir noch ein paar Schlagzahlen und ne Feile und machst die passende Kennung in den Block. Beides ist natürlich genau so wenig legal wie Deine Variante ... eine Eintragung des 1,8ers (mit mächtigen 14 PS mehr :-)) sollte auch kein Problem sein, da bis auf Motor/Getriebe/Diff alles Relevante (Kat/Bremsen/Fahrwerk) gleich ist.

Rollennocke macht eigentlich nur Sinn, wenn die vorhandene Technik schon defekt ist bzw. man zig Kilometer im Alltag damit abreissen will ohne Verschleiß, was Du ja nicht vorhast. Leistung bringt das nicht.
Wenn die Ölpumpe mitsamt Ventil ordentlich funktioniert, die Ölwannendichtung dicht ist und das Ölspritzrohr offen ist, dann funktioniert auch die Schlepphebeltechnik im M40 ohne Probleme.
Die Nockenwellen zum Umbau auf Rollentechnik von DBilas die man kaufen kann haben wohl keine so dolle Ventilerhebungskurve, die M40-Freaks empfehlen eher einen M43 Kopf zu schlachten und die Nocke entsprechend für den M40-Antrieb umarbeiten zu lassen.

PS: Auch wenn es nicht Dein Plan ist, und man die Motoren nicht mehr hinterhergeschmissen bekommt...ein 325i fährt jedem 201 bis einschließlich Kat-2.3-16 davon und den gab es Deiner Karosserievariante ab Werk. ;-)
Umbauanleitung 325i

Gruß
Christian

Gedankenspiel zu Motortuning an einem 89er 316i M40

Stephan Hippel, Montag, 17.01.2022, 13:39 (vor 168 Tagen) @ vp30a08

Hallo, ehe du Zeit und Geld in einen M40 investierst oder einen M20 in Betracht ziehst, sage ich das was ich immer sage und von dem ich aus eigener Erfahrung im Wortsinn zu 100% überzeugt bin - besorge dir einen M42 entweder aus einem E30 oder wesentlich günstiger aus einem E36, statte ihn mit einem 98 Oktan Conny Chip aus und du hast die sprichwörtliche Freude am Fahren zu einem prima Preis - Leistungsverhältnis.... Es geht halt nichts über einen agilen Vierzylinder:-D
Gruss
Stephan

Gedankenspiel zu Motortuning an einem 89er 316i M40

bengel, Montag, 17.01.2022, 20:11 (vor 168 Tagen) @ vp30a08

Servus Ulf,

Ich habe einen Umbau wie die ihn planst hinter mir.

Ein günstiger M40b18 wurde mit vielen M43 Teilen überholt:
leichtere Kurbelwelle,
leichtere Pleuel,
leichtere Kolben mit mehr Verdichtung, angepasste M43 Nockenwolle,
Rollenschlepphebel und M43 Ventile.
Dazu leichtere Schwungscheibe und ein optimiertes Conny Kennfeld.
Dass ganze in einem Touring mit einem gesperrten Diff aus einem 325ix, welches etwas länger übersetzt ist.
Ein kürzeres Diff liegt zwar bereit, aber es fährt sich so doch Recht gut. Insbesondere die Gasnahme ist deutlich verbessert. Er fühlt sich auch insgesamt etwas kräftiger an.
Drei kräftige Männer mit Gepäck für ein langes Wochenende funktioniert bei diesem Setup auch bei längeren Fahrten.
Aber meine Referenz war auch nur ein M40b16 ... :-)

Kurzzeitig war in den Projektmotor sogar die Rollnocke von Ingo verbaut, die etwas schärfer ist.
Der schlechtere Leerlauf hat aber mit der längeren Übersetzung nicht harmoniert. Es kam zu ruckeln im Stadtverkehr.
Bei höheren Drehzahlen war die Mehrleistung spürbar, aber natürlich auf niedrigem Niveau.

Ich habe es alles wegen der H Abnahme gemacht. Aber die Prüfung ist mittlerweile so streng, dass eine winzige Beule und Klarlackabplatzer eine H-Abnahme bisher verhindert haben. Thats Life.

Mittlerweile habe ich auch Vergleich zu einem M42, einem S14 und einem M54.
Dienstlich auch mal was neueres aus dem Hause BMW.

Ich gebe meinen Vorrednern Recht. Es gibt einfachere Wege zu etwas mehr Leistung, als so ein Umbau.
Aber Ich bin günstig an die Teile gekommen und habe beim Umbau viel gelernt.

An teurere Motor hätte ich mich als Laie erstmal nicht rangewagt...


So, wenn du noch Fragen hast, dann jederzeit.

VG,
Flo

Gedankenspiel zu Motortuning an einem 89er 316i M40

vp30a08 @, Lemgo, Freitag, 28.01.2022, 22:21 (vor 157 Tagen) @ vp30a08

Hallo Forum,
vielen Dank für die Rückmeldungen (auch per PN).
Zum Thema:
Die Würfel sind gefallen, der 316i bleibt unangetastet, M20B25 ist die Lösung. Umbauspaß und danach Fahrspaß, ein Projekt auf Jahre und zum verlieben.

Grüße aus Lemgo

Ulf

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