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"Kaufberatung" 325i Motor

Der M20B25 Motor des BMW E30 325i ist mit seinen 170PS ist eine interessante Aufrüstmöglichkeit für die kleineren E30 Modelle. Die Motoren werden immer seltener und zu steigenden Preisen angeboten. Ob die Triebwerke die besten Tage schon hinter sich haben oder noch für den Umbau taugen, gilt es herauszufinden.

Hier ein paar Hinweise für die Besichtigung und erste Zustandseinschätzung, wenn der Motor nicht probegefahren werden kann, sondern ausgebaut vorliegt.

Zunächst gilt es sicher zustellen, daß es sich wirklich um einen 325i Motor und nicht um einen optisch ähnlichen 320i, 323i oder 325e handelt.
 
Schon äußerlich ist der 325i Motor gegenüber den kleineren Varianten durch den starke gerundeten und vergleichsweise dicken Ansaugkrümmer zu erkennen.




Die Motorkennbuchstaben beim M20B25 lauten wie folgt:

  • 25 6K 1 M20B25 170PS
  • 25 6E 1 M20B25 171PS ECE (ohne Kat)
Diese Nummern können links neben dem fahrerseitigem Motorhalter gefunden werden.

Die 84 oben rechts im Bild kennzeichnet die 84mm große Bohrung des 325i und 325e Blockes.
Bei manchen M20 Motoren sitzt die Nummer rechts neben dem fahrerseitigem Motorhalter.

Beifahrerseitig befindet sich der Anschluß für den Ölkühler, den es ab Werk nur am 325i Motor gibt.
Lichtmaschine und Servopumpe sind nicht 325i spezifisch und passen auch von anderen M20 Motoren ähnlichen Baujahrs.



Am Motorkabelbaum sollten keine abgeschnittenen Leitungsenden  zu finden sein. Eine fehlende Zündspule wäre nicht so dramatisch, die kann aus jedem E30 genutzt werden.

Die M20 Motorkabelbäume ab 1987 sind bis auf ein paar einzelne Adern mehr oder weniger baugleich und könnten auch getauscht werden, falls was defekt ist oder fehlt.

Für die erste Tests am ausgebauten Motor würde ich einen 22er Ringschlüssel und einen Kerzenschlüssel (21mm) empfehlen.

Um eine allgemeine Abschätzung der Lauffähigkeit des Motors vorzunehmen, wird die Kurbelwelle von Hand durchgedreht. Hier kommt es auf zwei wesentliche Details an.

Das erforderliche Loslösemoment um die Kurbelwelle in Bewegung zu setzen, ist für mich ein wichtiger Kennwert eines länger stehenden Motors. Es sollte mit dem gezeigten Ringschlüssel wirklich ganz locker ohne größere Anstrengungen gelingen den Motor ein paar Grad hin und her zu bewegen.

Wenn man dann etwas weiter im Uhrzeigersinn dreht, spürt man den Widerstand der Kompression, der durchaus kräftig sein darf.

Werden diese Tests bestanden, stehen die Chancen nicht schlecht einen lauffähigen Motor gefunden zu haben.

Jetzt wollen wir es natürlich genauer wissen und schrauben jede einzelne Kerze raus.

Das Kerzenbild sollte auf jeden Fall gleichmäßig sein. Im Idealfall natürlich rehbraun. Im Fotos etwas schwarz aber ok.

Kopfrisstest
Alle M20 Motoren können zur Joghurt Maschine mutieren, wenn unter dem Nockenwellen lager der Zylinderkopf reisst. Dann gelangt Wasser ins Öl und bildet weissen bis gelblich braunen Schleim.

Daher geht ein prüfender Blick auf die Unterseite des Öldeckels. Gern kann auch mit dem Finger die Unterseite des Ventildeckels nach weissem Schleim abgesucht werden.

Am Ölmessstab kann man sich einen ersten Eindruck vom Pflegezustand verschaffen. Wenn das Öl arg verschlammt ist, wäre das kein gutes Zeichen.

Im Endstadium des Kopfrisses kann auch am Ölmesstab weisser Schleim gefunden werden.

Der 325i Luftmengenmesser besitzt die BOSCH Nummer  0 280 202 082.

Mit einem 082er Luftmengenmesser vom 320i und 325e nach 1986 kann der Motor ebenfalls laufen. Wer aber später keine Probleme haben möchte, versucht einen Motor zu finden wo der Luftmengenmesser noch original vorhanden ist. Die Teile werden im Werk grundabgestimmt. Tauschen zwischen verschiedenen M20 Motoren hat bei mir bisher nichts gebracht und eventuelle Probleme im Leerlauf und bei der Gasannahme meist verschlimmert.

Der E30 325i besitzt ein DME Steuergerät mit den folgenden Endnummern:

081 - 171PS (325i ohne Kat)
153 - 170PS (325i mit Motronic 1.1)
173 - 170PS (325i mit Motronic 1.3)

Übersicht BOSCH Steuergeräte Endnummern

Steuergeräte anderer Modelle mit gleichen Endnummerkreisen können in der Regel einfach durch Codierung oder Chiptauschen auf einen 325i Motor angepasst werden.

Seitlich am Steuergerät steht die Fahrgestellnummer. Diese kann Auskunft über das Herstellungsdatum des Fahrzeugs und damit vielleicht auch des Motor geben.

Wenn noch etwas Zeit bei der Besichtigung ist, kann jetzt mit einer 10er Nuß und Ratsche der Ventildeckel demontiert und ein Blick auf die Nockenwelle geworfen werden.

Zunächst sollte geprüft werden, ob alle Kipphebel an Ort und Stelle sitzen. Gebrochene Kipphebel sind keine Seltenheit, aber mit überschaubarem Aufwand reparierbar.

Der Farbton der sich unter dem Ventildeckel zeigt, kann ebenfalls zur Einschätzung herangezogen werden.

So schön hell und sauber wie hier, sieht es sicher eher selten aus. Ein Motor der so aussieht wurde entweder vor kurzem revidiert oder hat weniger als 100tkm gelaufen.

Bei günstigen Angeboten wahrscheinlicher ist dieser Anblick. Nicht gerade goldgelb aber immerhin noch hellbraun ist hier die Ventilsteuerung eines Motors mit 250tkm zu sehen.

Völlig schwarze Motoren eventuelle sogar mit Schlammbildung zeugen von stark überzogenen Ölwechselintervallen. Da kann selbst eine Revision unwirtschaftlich sein.

Neben den Kipphebeln ist vorallem der Nockenwellenzustand zu prüfen. Dazu muss man einem Fingernagel prüfen ob die Laufläche schon im Nocken eingelaufen ist, ob man also eine kleine Kante spüren kann.



Wenn der Motor dann zu Hause in Eurem E30 hängt, sollte er bei längerer oder unbekannter Lagerzeit schonend wieder zum Leben erweckt werden.

Anleitung: Scheunenfund schonend starten



tino@e30.de